Hardt_hplogogeschichte

 

Die Wiege des Vereins stand im Wirtshaushardt_geschichte2

Nachdem der Wunsch einer kleinen Hardter Gruppe, einen eigenen Verein im Stadtteil zu gründen, 1950 noch unerfüllt blieb, weil benachbarte Vereine ihr Veto einlegten und somit die frühe Gründung des Clubs nur fünf Jahre nach Kriegsende zumindest vorerst verhinderten, gaben sich die Urväter des SV Dorsten-Hardt damit nicht zufrieden und unternahmen neun Jahre später – 1959 – einen erneuten Versuch, der schließlich von Erfolg gekrönt sein sollte.

Die Hafenschenke war sogleich der Mittelpunkt aller Geschehnisse, quasi die Schaltzentrale des Projekts „Vereinsgründung“. In einer Liste hatten sich viele Bürger eingetragen, die dem neuzugründenden Verein prompt beitreten wollten. Im Frühjahr 1959 wurde dann zu einer Zusammenkunft im Saal von Kleinespel geladen, um zu testen, ob aus Interesse tatsächlich Engagement werden konnte. Und in der Tat besuchten viele Hardter die Veranstaltung auf der auch gleich beschlossen wurde, im Mai eine Gründungsveranstaltung einzuberufen.

Gründung am 9. Mai 1959

Am 9. Mai 1959 war es dann endlich soweit. Der Verein wurde formell unter dem Namen Sportverein Dorsten-Hardt gegründet. Ernst Horstkamp, der sich besonders um die Vereinsgründung bemüht hatte, wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Zum 2. Vorsitzenden wählte die Versammlung Paul Weber, zum Kassierer Alois Harding und zum Geschäftsführer Franz Kapinski. Eben dieser Vorstand wurde auch gleich beauftragt, alles Notwendige zu veranlassen, damit der Spielbetrieb aufgenommen werden konnte. Jede Menge musste organisiert und vorbereitet werden, bis es auch sportlich endlich losgehen konnte. Nachdem die ersten 27 Mitglieder ihren Beitrag entrichteten, war damit der Startschuss für alle weiteren Aktivitäten gefallen.chronik_ foto_3

Erstes Freundschaftsspiel gegen TuS Gahlen

Die Kicker, die fortan das schwarz-gelbe Hardter Trikot tragen sollten und durften, waren natürlich äußerst gespannt und in Vorfreude auf das erste Spiel, das schließlich Anfang August über die Bühne gehen sollte. Das Spiel fand beim benachbarten Verein TUS Gahlen statt und war der Startschuss für eine Reihe weiterer Auswärtsspiele in der Umgebung. Die Austragung von Heimspielen war hingegen vorerst nicht möglich, da schlicht keine Spielfläche vorhanden war. Vom ehemaligen Sportplatz an der Pestalozzistraße war nur noch der östliche Teil vorhanden, denn den westlichen Teil hatte die Stadt Dorsten mit der evangelischen Kirchengemeinde getauscht, damit hierauf die Friedenskirche gebaut werden konnte. Es gab daher nur die Möglichkeit, den östlichen Nachbarn um Überlassung der benötigten Fläche zu bitten.

Günter Kleinespel verpachtete dem SV Dorsten-Hardt am 7.Januar 1960 das benötigte Grundstück und ebnete damit bereits ein gutes halbes Jahr nach Vereinsgründung den Weg zum Bau des Sportplatzes. Ein Meilenstein für die sportliche Infrastruktur wurde damit auf den Weg gebracht. Die anschließenden Verhandlungen mit der Stadt Dorsten verliefen ebenfalls durchweg positiv, so dass im Frühjahr noch mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte. Das Gelände – mit einem Höhenunterschied von 1,5 Metern versehen – wurde eingeebnet, der Platz erhielt eine Umzäunung und eine Wasserzufuhr. Anschließend erfolgte die Raseneinsaat. Während dieser Zeit besichtigte der damalige Geschäftsführer des Vereins, Franz Kapinski, den Fortgang der Bauarbeiten. Ein verirrtes Geschoss aus einer „Spatzenflinte“ drang ihm hierbei unglücklich in den „verlängerten Rücken“ ein und fesselte ihn drei Tage lang an ein Krankenhausbett. Der Schmerz wich Überlieferungen zufolge aber schnell der Freude über den Platz.

Das Licht vertrieb die Dunkelheit

Nachdem am 14. August 1960 der Sportplatz fertig gestellt wurde und erstmals als Austragungsort eines fußballerischen Schlagabtauschs genutzt werden konnte, war ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung des SV Hardt genommen. Wie schon zur Vereinsgründung war auch zur Platzeinweihung der benachbarte TuS Gahlen Gegner in einem Freundschaftsspiel, und auch wie 1959 endete die Partie 2:2-Unentschieden – freundschaftlich halt!bild 19
Von nun an nahmen die Hardter auch an Meisterschaftsspielen des Verbandes in der zweiten Kreisklasse Borken teil. Jedoch war der Trainingsbetrieb eingeschränkt, denn in den dunklen Wintermonaten war kein Training am Abend möglich und es gab auch nicht sehr viele Turnhallen, auf die man hätte ausweichen können.

Erste Flutlichtanlage Dorstens

Es dauerte aber weitere zwei Jahre, bis der Hardter Stadtteil mitsamt seinem Sportverein sich über ein Novum freuen durfte. Denn der Vorstand hatte beschlossen, das Projekt Flutlicht anzugehen und die Sportanlage somit nachhaltig zu modernisieren, oder besser: zu erleuchten. Da die finanziellen Mittel für dieses Vorhaben natürlich begrenzt waren, musste mit viel Trick und Geschick, vor allem aber unermüdlicher Eigenleistung gearbeitet werden. Auf diese Weise wurden acht Flutlichtmasten aufgestellt, die nicht nur zum Training, sondern auch zum Spielbetrieb genutzt werden konnten. Am 19. September 1962 war es dann soweit. Gegen den Landesligisten Gelsenkirchen 07 wurde die erste Flutlichtanlage Dorstens eingeweiht. Sehr zur Freude von Spielern, aber auch Zuschauern, die sich folglich auf noch mehr Fußball freuen durften.

Damit war der Tatendrang des Vereins und vor allem seiner Mitglieder aber noch lange nicht gestillt. Denn bislang schaute das Gelände noch recht trist drein, schließlich war es mit einem schlichten Zaun umgeben, der wenig Atmosphäre ausstrahlte. Folgerichtig nahm sich abermals die Hardter Fußballgemeinde ein Herz und packte kurzum mit an. Über 100 Hecken, Bäumchen und Sträucher wurden gepflanzt und ließen die Sportanlage nach und nach grüner werden.bild 2
Die Zuschauer konnten sich somit bereits über eine ansprechende Anlage freuen, jedoch hatten die aktiven Akteure noch mit der ein oder anderen Unwägbarkeit zu kämpfen. So gab es beispielsweise keine Umkleidekabinen direkt am Sportplatz. Die Spieler mussten sich im circa 200 Meter entfernten Saal von Kleinespel umziehen, ebenso natürlich die Unparteiischen, die auf dem gemeinsamen Weg sich gleich ein Bild von den Teams machen konnten.

Das waren die ersten Schritte des SV Dorsten-Hardt. Weitere Infos folgen….